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Der Film "Joschka und Herr Fischer"

Politik ist ein heikles Thema, zumal jeder genau Bescheid darüber zu wissen scheint. Zumeist geht dann das verloren, was eigentlich der Gegenstand von Politik ist: der Mensch. Egal, um um welches Thema es geht, um welchen Blickwinkel darauf - immer wieder landet alles beim vertrockneten Dogma, das für die Menschen, wie sie nun mal sind, für den "real existierenden Menschen" keinen Platz mehr hat. Das ist dann auch meist der Beginn von schrillem Geschwätz, gegenseitiger Verachtung, Streit, Krieg.

Der Film über Joschka Fischer ist da komplett anders, denn es geht darin nur vordergründig bzw. nur für den, der es so sehen will, um "grüne Politik" oder so etwas. Wer diesen Film in dieser Weise versteht, oder ihn womöglich aus diesem Grund links liegen lässt, beweist damit aber einfach nur, dass er selbst solch ein kleinkariertes Dogma-Opfer ist, welches die Menschen in "dumm" und "klug" unterteilen möchte, in "gut" und "böse".

Nein, in diesem Film geht es vielmehr um die Lebensgeschichte eines Menschen, der sich plötzlich in Situationen wiederfindet, die ihn in einer Weise fordern, dass er mit sich selbst konfrontiert wird: mit der eigenen Geschichte, den eigenen Fehlern, den eigenen Schwächen. Mir imponiert hier besonders die Ehrlichkeit, mit der J. Fischer die eigene Unzulänglichkeit nicht durch großkotziges Gehabe zu übertünchen versucht, sondern die Dinge ehrlich beim Namen nennt und dabei die eigenen Grenzen - vor Allem die des eigenen Gewissens - beachtet. Es geht um das Ausloten des eigenen Lebens anhand der Gelegenheiten, die es bietet.

Wie gesagt geht es in dem Film zwar gar nicht um Politik, sondern um den Umgang eines Menschen mit dem Leben, also ob er sich ihm stellt, oder ob er sich in Bequemlichkeit flüchtet, aber andererseits ist ja vielleicht gerade die Politik doch das beste Feld, um so etwas zu thematisieren, findet man doch gerade hier zuhauf Menschen, die nur jammern, krakeelen und kritisieren, sich "wütend" und "mutig" gerieren - die aber nicht die Bohne Willens sind, mit der eigenen Person für etwas einzustehen und die unendlichen Mühen auf sich zu nehmen, die politische Arbeit nun einmal vor allen Dingen mit sich bringt. Meist glauben diese Menschen, das Platzieren irgendwelcher pointierter Aussagen wäre bereits konstruktive Politik. Mitnichten ist es das. Und wenn ich dann etwa die Tätigkeit eines Sarrazin mit der eines Fischer vergleiche, dann liegt genau hier der himmelweite Qualitätsunterschied: hier rechthaberische Taktlosigkeit, die sich völlig zu Unrecht als Zivilcourage geriert, dort der Mut, bis zur Selbstzerfleischung jeden Tag die eigenen Ansichten und eigenen Tabus zu hinterfragen - angetrieben vom Bedürfnis, dem eigenen Herzen zu folgen.

An mehreren Stellen des Filmes fühlte ich mich dann ganz direkt an meine eigene Lebensgeschichte erinnert, etwa als Fischer das Gefühl schildert, das er hatte, als er zum ersten Mal in seinem Ministerbüro in Hessen sitzt: das Gefühl, eingesperrt zu sein. Genau so fühlte ich mich auch, als ich meine erste gutbezahlte Arbeit nach der Promotion hatte. Oder die Passage, als Fischer meint, er verstünde bis heute nicht, warum sich Politiker immer so überschäumend freuen würden, wenn sie gewählt werden. Dabei würden die großen Belastungen und Probleme doch dann erst richtig beginnen (und wenn man sein sauertöpfisches Gesicht in der Sieg-Wahlnacht neben Schröder sieht, dann weiß man, dass er hier nicht schwindelt). Genau das war auch stets meine Empfindung, wenn ich einen "Sieg" in meinem Leben errungen habe: Stets war mir klar, dass daraus neue Aufgaben, Verantwortlichkeiten, was auch immer erwachsen würden. Usw..

Worum es in diesem Film geht, ist nicht das politische Drumherum, sondern er ist einfach die Geschichte eines Menschen, der sein Leben nicht im Halbschlaf verbrachte und verbringt, sondern der mit dem Herzen lebt. Und damit geht es in diesem Film dann auch tatsächlich doch um Politik, aber um echte Politik - und eben nicht um die übliche Pseudopolitik.



Ich darf nicht

Auf dem Weg zur Arbeit. Der Bus hält an einer Ampel an, und draußen sehe ich, wie jemand in einem Garten arbeitet. Die Sonne scheint herrlich, und eine kühle Brise geht, so dass die Bäume spielende Schatten werfen. Hier im Bus ist es stickig und der Sitz unbequem. Ich möchte aussteigen, durch die herrliche Frühsommerluft spazieren, die Pflanzen riechen, die Sonne spüren, mich treiben lassen. Ich darf nicht.



Stillstand 2

Was ich da gestern Stillstand nannte, und als Energie- oder Lustmangel verbuchte, ist wohl genau das Gegenteil dessen. Es ist eher eine Überenergetisierung, die am Liebsten alles gleichzeitig tun möchte, und am Ende gar nichts macht.

In diesem Zusammenhang klärte sich etwas in mir auf, als ich diesen Artikel über die drei Gunas las - die im Prinzip genau das sind, was etwa bei G. als "die drei Kräfte" bezeichnet wird: eine aktive, eine passive und eine ausgleichende. In meinem Falle scheinen sich, wie gestern bereits beschrieben, die aktive und die passive Kraft völlig zu neutralisieren - ohne dass da eine neutralisierende dritte Kraft dem ganzen Treiben eine Tiefe geben würde. Alles kratzt gerade einmal an der Oberfläche. Ich bekomme zwar alle  meine notwendigsten Aufgaben gebacken - aber das alles bleibt dabei leer und ohne Sinn.



Stillstand

Derzeit stelle ich an mir immer wieder fest, dass ich zur Trägheit neige. Genau genommen verhält es sich eher so, dass ich voller Ideen stecke, was ich alles machen könnte, beruflich, privat, sogar politisch. Das läuft so ab, dass ich mich über diese Möglichkeiten dann freue und geradezu in Euphorie verfalle. Kurz darauf - wenn es um die Konkretisierung geht - ist der Antrieb dann auch schon wieder verflogen. Zeitmangel, Energiemangel, Lustmangel: diese Dinge treten dann auf den Plan. Am Ende ist nichts gewesen.

Das alles fühlt sich an wie eine Zerfaserung: zuviel in der Birne, aber dann nichts mehr dahinter. Es ist also wieder einmal der Verstand, der zu hoch läuft, und sich einbildet, alleine das Ausbrüten von Plänen sei bereits die Hauptsache. Dahinter steht wohl auch eine allgemeine Unzufriedenheit, denn ansonsten würde der Verstand ja gar nicht auf diese Dinge verfallen.

Die zwei Kräfte, die aktive und die passive bremsen sich da derzeit gegenseitig aus. Am Ende bleibt Stillstand.



Der Film "Barfuß auf Nacktschnecken"

In den Film "Barfuß auf Nacktschnecken" ging ich mit wenigen Erwartungen: was ich darüber gehört hatte, klang nett aber langweilig. Wie sehr ich mich getäuscht hatte!

Selten habe ich einen Film gesehen, der ihn besser auf den Punkt bringt, diesen Kampf zwischen dem Spontanen, Natürlichen, Echten, gegen das Angepasste, Vernünftige, Berechnende - man könnte auch sagen: der Kampf zwischen dem Herzen und dem Verstand. Im Film ist es die Auseinandersetzung zweier höchst unterschiedlicher Schwestern (hier Lily, die Herzliche - dort Clara, die Bedachte), aber was mich selbst angeht, so findet dieser Kampf in meinem Inneren statt.

Als Zuschauer war ich hin- und hergerissen zwischen den beiden Perspektiven, kam mir doch mal die eine, dann wieder die andere als "richtig" vor. Und jedes Mal, wenn die eine oder andere Seite Oberhand gewann, stellte sich auch augenblicklich die entsprechende Empfindung ein: hier die freudige Bedingungslosigkeit des Herzens, dort die sich mächtig fühlende Berechnung des Verstandes.

Anhand einer ganzen Reihe von Schlüsselszenen wird im Film diese Auseinandersetzung, dieser Kampf analysiert. Haarklein, so wie er tatsächlich abläuft. Etwa die Szene, in der der Verstand sogar bereit ist, zu morden, einfach um seine ordentliche, vernünftige Welt nicht mehr in Frage stellen zu müssen. Oder die vielen Szenen, in denen sich die scheinbare Verwirrtheit des Herzens als in Wirklichkeit die klarere und realitätsnähere Option erweist als die verstiegene Kompliziertheit des Verstandes - etwa beim Thema Sexualität. Oder die Hilflosigkeit und auch Schwäche des Herzens, wenn es einer Umgebung ausgesetzt wird, in der seine Sprache nicht verstanden wird, sein Wert nicht geschätzt wird.

Spannend ist es auch, diesen Film im gesellschaftlichen Zusammenhang zu betrachten: Kein Wunder, dass die berechnende Verstandesperson Clara dem allgemeingültigen gesellschaftlichen Verhaltenskodex entspricht, während ihre so sehr von ihr verschiedene Schwester Lily als geisteskrank und gefährlich gilt - dabei ist sie es, die die Dinge erkennt und auch anspricht, wie sie wirklich sind, so wie das Kind im Märchen "Des Kaisers neue Kleider". Und interessant ist auch der Kommentar im SPIEGEL zu dem Film, in welchem dem Film ein "reaktionär-verkitschtes Verständnis von Natur" unterstellt wird. Dieser Kommentar zeigt, wie sehr irgendwelche Büromenschen dem, was auch in ihnen als Herz lebt (oder besser: vor sich hin kümmert), entfremdet sind. Sie erkennen diesen Kampf nicht mehr, wissen gar nicht, worum es geht, denn sie haben ihn längst entschieden bzw. verloren - und laufen wie Zombies oder funktionierende Roboter durch diese Welt.

Menschen wie die Lily im Film sind für sie schlichtweg unverständlich wie Außerirdische.



Mobilisierung

Nachdem ich heute an der einen Schule ein Gespräch über die Planungen zum nächsten Schuljahr hatte, und sich dabei herausgestellt hatte, dass ich voraussichtlich weniger Stunden dort zu unterrichten hätte, fühlte ich mich zunächst ein wenig niedergeschlagen. Nicht, dass ich da etwas wirklich schlimmes erfahren hätte, oder dass ich jetzt düster ins kommende Jahr blicken müsste, aber durch dieses Gespräch wurde mir wieder in der ganzen Tragweite vor Augen geführt, wie flüchtig und von Unsicherheiten und Abhängigkeiten geprägt meine berufliche Lage ist.

Die erste Reaktion war dann neben der Niedergeschlagenheit auch so etwas wie Verwirrung. Auf einmal stellte ich wieder alle Entscheidungen in Frage, die ich vor Jahren traf - nicht wegen des Berufswechsels als solchem, sondern wegen der mir im Nachhinein als totaler Leichtsinn vorkommenden Direktheit, mit der ich das angegangen war.

Zuhause legte ich mich für eine Weile auf das Sofa, starrte in den Garten und versuchte, diese Gefühle anzuschauen, die da aufkamen. Irgendwann setzte ich mich dann an den Computer und begann Adressen von potenziellen Arbeitgebern zu suchen, Stellenanzeigen zu lesen usw.. Plötzlich überkam mich dabei eine große Freude und Schaffenskraft, und alles davor war wie weggeblasen. Ich begann sogar, mich über diese "unsichere" Lage, die ich kurz zuvor noch bedauert hatte, als großes Geschenk zu empfinden. Als Geschenk nämlich der Freiheit und des Abenteuers.

Niedergeschlagenheit entpuppt sich hier als Energie, die mobilisiert werden möchte - nicht als Mangel von Energie. Und es ist tatsächlich immer nur eine Frage des Angehens einer Sache, um diese Energie in produktive Bahnen zu lenken.



Das Gemüt als Ratgeber

Ein ständiges Lavieren zwischen freudiger Entspanntheit und Gefühlen frustrierter Sinnlosigkeit: So könnte ich die letzten Tage beschreiben. Immerhin ist klar, wann welche dieser beiden Stimungen auftritt:

Die freudige Entspanntheit stellt sich dann ein, wenn ich mich gerade aufmache, "etwas zu tun", "etwas tue" oder "etwas getan habe". Mit diesem "Tun" ist allerdings nicht jede Art von Beschäftigung gemeint, sondern eine Tätigkeit, die sich aus einer Notwendigkeit ergibt - eine Tätigkeit also, die keine sinnlose Ablenkung darstellt, sondern bei der ich das Gefühl habe, etwas "für mich" im weitesten Sinne zu tun. Das kann alles Mögliche sein: Berufliche Dinge, verschiedene Erledigungen, Treffen mit Menschen, die mir etwas bedeuten.

Umgekehrt kommt die Frustration dann auf, wenn ich müde und erschöpft bin, und dabei nicht das Gefühl habe, dass die verausgabte Energie mir selbst zugute gekommen ist, sondern in irgendwelchen Kanälen ("Energielöchern") versickerte. Das ist immer dann der Fall, wenn ich mich auf sinnlose Gespräche einlasse, oder wenn ich bei der Arbeit mehr tue, als sinnvoll. Meistens geschieht das alles aus purer Gutmütigkeit.

Immer wieder scheine ich zu vergessen, dass Lebensenergie eine geradezu stoffliche Konsistenz hat, und entsprechend sinnvoll eingesetzt oder verschleudert werden kann. Es ist immerhin gut zu sehen, dass mein Gemüt entsprechend umgehend darauf reagiert und so ein untrüglicher Ratgeber ist. Darin hat sich die Wichtigkeit des Gemütes aber auch schon erschöpft.



Alles neu macht der Mai

"Alles neu macht der Mai", heißt es im Volkslied. In der Tat empfinde ich es immer wieder genau so - in diesem Jahr allerdings noch viel stärker als in vergangenen Jahren. Mir scheint, das hängt damit zusammen, dass da einige Dinge in mir zur Ruhe kommen, und zwar wie von alleine.

Da ist zum Beispiel die Sache mit der Politik: In der letzten Zeit habe ich mir den Alltag immer wieder viel zu sehr von irgendwelchen Nachrichten über Misstände allerorten vermiesen lassen. Das geschah ganz unvermittelt, und ohne dass ich mir dessen bewusst gewesen wäre. Ich hatte es für eine Selbstverständlichkeit, eine Verpflichtung gar gehalten, dieses Thema zu meinem eigenen zu machen, was die Konsequenz hatte, dass ich anfing, selber die "Probleme der Welt" gewissermaßen zu schultern und Energie dafür opferte. Und "opfern" ist da genau das richtige Wort, denn ändern oder bewirken konnte (und kann) ich in den wenigsten Fällen.

Das heißt jetzt nicht, dass mich all diese Dinge kalt ließen, oder dass ich ab jetzt den Kopf in den Sand stecken würde, aber es ist doch so, dass da eine gesunde Distanz gewachsen ist zwischen dem, was "real" ist (also dem, was ich selbst verifizieren und in mein Leben als Handlung integrieren kann), und dem, was Schaumschlägerei und Verwirrung ist.

Ganz deutlich wurde mir das an diesen aufgebauschten Geschichten um den Mord an Osama bin Laden. Mir wurde klar, dass es da nichts, aber auch gar nichts gibt, was mir glaubhaft erschiene. Undurchsichtiger und widersprüchlicher geht es gar nicht mehr - egal wie man es dreht und wendet. Und genau in diesem "drehen und wenden" liegt dann auch der Punkt verborgen, der sich in diesen Tagen verändert hat: Was sich mir nicht klar erschließt ist wertlos und damit uninteressant. Der einzige vernünftige Umgang damit ist, es gar nicht zu beachten.

Das Gefühl der Erleichterung, das in diesem Mai ganz besonders stark auszufallen scheint, ist dann genau darauf zurückzuführen, dass da weniger Energielöcher und -Sauger vorhanden sind, die stets Beklemmung und Gehetztheit bewirken.



Ein Lichtstrahl

Als ich mich über die Spüle beuge, um die Hände zu waschen, wache ich auf einmal auf. Der Abfluss leuchtet.

Die tiefstehende Sonne scheint zwischen den Bäumen hindurch in mein Küchenfenster, durch die Milchglastüren des Unterbaus der Spüle direkt auf das Abflussrohr. Es ist aus weißem Plastik, und damit teilweise durchscheinend.

So kommt es, dass der Abfluss leuchtet.



Bei der Meldebehörde

Um einen Reisepass zu beantragen sitze ich im Wartezimmer der Meldebehörde. Der Raum ist voll mit den unterschiedlichsten Menschen.

Da ist die junge Mutter mit dem Baby im Arm die es besänftigend hin- und herwiegt, der Alkoholiker, der sich extra herausgeputzt hat und dadurch noch trauriger wirkt, die Künstlerin mit der schrillen Brille, die sich über irgendeine Arbeit beugt, der Student mit dem Buch und einem überaus ernsten Gesicht, der alte Dicke, der zwei Sitze einnimmt und Auto-Nummernschilder neben sich stehen hat (er geht wohl nie zu Fuß und fährt wohl auch kein Fahrrad), der seltsame Mann ohne Hals, der jedes Mal zur Tür hereinkommt und wieder herausgeht, wenn die Bimmel eine neue Nummer ankündigt, die drei schnatternden jungen Frauen, usw..

Ich glaube, es gibt keinen besseren Ort, um einen Querschnitt der Menschen zu Gesicht zu bekommen, die im Viertel leben. Vor der Behörde sind alle gleich - und alle müssen hin, auch die, die sich sonst nie auf der Straße blicken lassen.



Traum von 1996

In einer Art offenem Kahn oder Boot fahre ich auf breiten, ruhigen Kanälen durch die Stadt. Eigentlich ist es eine Fotografie, durch die ich fahre, aber erstaunlicherweise befinde ich mich mitten darin. Alles wirkt dadurch etwas künstlich und irgendwie märchenhaft. Ich genieße diese Fahrt dennoch sehr, fühle mich leicht und ganz genau so wie im Jahre 1996.

Wie bei allen Träumen ist auch hier vor Allem das Gefühl ausschlaggebend, das ich während des Traumes empfand (überhaupt scheint es so zu sein, dass ich im Traum stets einen viel direkteren Zugang zu meinem Gefühlszentrum habe, als in "wachem" Zustand). In diesem Falle war es durch und durch positiv eingefärbt: Die Landschaft ist verheißungsvoll und märchenhaft. Den Hinweis auf das Jahr "1996" verbinde ich zunächst einmal mit keinem konkreten Erlebnis in diesem Jahr, sondern mit meinem allgemeinen Gefühl jener Zeit, in der ich meine Promotion beendete und völlig offen für das war, was danach auf mich zukommen könnte. Kurzum: Dieser Hinweis steht für Aufbruch und Optimismus.

Tatsächlich ist der Traum damit auch ein perfekter Spiegel für mein aktuelles Erleben. Nachdem sich die freien Tage um Ostern als eine Zeit entwickelt haben, in der ich mehr Abstand zum alltäglichen Hamsterrad fand, kommt es mir momentan so vor, als würde sich dieses zentrierierte Gefühl zunächst einmal in den schnöden Arbeitsalltag herüberretten können. Zumindest verspüre ich auch in diesen Tagen noch sehr häufig diesen typischen Geschmack, den ich habe, wenn ich präsent bin.

Dass es im Traum eine Fotografie ist, durch die ich fahre, deutet aber darauf hin, dass ich da etwas konservieren möchte. Dadurch ist es noch eine Spur künstlich.


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