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Über die Manipulation der Menschen


Diese Volksabstimmung in der Schweiz, bei der ein Verbot zum Bau von Minaretten beschlossen wurde, zeigt aufs deutlichste, wie mechanisch Menschen reagieren, sobald sie gezielter Manipulation ausgesetzt werden – auch und gerade jene, die sich für besonders „selbstbestimmt“ und „frei“ halten.

Die beiden abgebildeten Wahlplakate – eines aus dem Wahlkampf Hitlers im Jahre 1932, und eines aus besagter Volksabstimmung – zeigen ganz deutlich, worum es hier geht, denn die beiden ähneln sich auf ganz fatale Weise: Beide transportieren ein bewusst negativ eingefärbtes Bild einer „fremden“ Menschengruppe – hier die „jüdische Schlange“, dort die „islamischen Finsterlinge und Kriegstreiber“ - mit dem Zweck, in der Bevölkerung Ängste und Aversionen zu schüren. Ganz egal, mit wie vielen Argumenten und Abwägungen man diese aktuelle Volksabstimmung schönreden und relativieren möchte: Es läuft darauf hinaus, dass exakt dieselben Methoden und Denkweisen am Werke sind, wie damals in den dreißiger Jahren.

Das Hauptwerkzeug derer, die derartige Kampagnen betreiben, besteht darin, Instinkt (Existenzängste), Emotion (Sympathie/Antipathie) und Verstand (sogenannte „Fakten“ und Argumente, die zumeist auf willkürlich zusammengeschusterten „Statistiken“ basieren und in der Regel keiner sachlichen Untersuchung standhalten) gleichermaßen zu vermischen, auf dass sie nicht mehr unterscheidbar werden. Es findet damit eine regelrechte Verwirrung der Menschen statt, die infolgedessen nicht mehr unterscheiden bzw. erkennen können, was da gerade mit ihnen passiert. Sie fühlen sich einfach „im Recht“, sind aufgeplustert, beschwören das „gesunde Volksempfinden“, denn die gesamte Mechanik, die dem Menschen innewohnt, wurde ja rundum bedient – und dass es sich um gezielte Propaganda handelt, wird dann nicht mehr bemerkt. Tatsächlich können dann nur noch Außenstehende erkennen, was da passiert, aber in der Regel werden sie dann – sofern sie sich äußern – als Einmischer diskreditiert, die gefälligst ihren Mund zu halten hätten.

Bleibt die Frage, welches Motiv nun wirklich hinter derartigen Kampagnen steckt. Auch hier findet man die Antwort in den Geschehnissen vor dem 2. Weltkrieg, denn auch damals fand eine globale Wirtschaftskrise statt. Damals förderten interessierte Kreise ganz gezielt so einen wie Hitler, um mit seiner Hilfe die Aggressionen auf Sündenböcke (in diesem Falle die Juden) zu lenken, auf dass nicht die wirklichen Profiteure (und damit Verursacher) der Krise ertappt würden. Derzeit leben wir am Vorabend einer wahrscheinlich ebenso schlimmen Wirtschaftskrise wie damals. Die Motive sind naheliegenderweise die gleichen, und dass immer wieder dasselbe Feindbild, nämlich der Islam, ganz allmählich und systematisch aufgebaut wird, lässt sich bereits seit etlichen Jahren beobachten.

Geschichte kann sich eben doch wiederholen, denn die Menschen von heute sind dieselben Maschinen wie die von damals. Durch die gezielte Beeinflussung von Verstand, Emotion und Instinkt kann man sie von ihrem Herzen ablenken und damit genauso manipulieren wie es damals der Fall war. Und erinnert man an die Vergangenheit, aus der man eventuell lernen könnte, dann heißt es gleich in einem empörten Aufschrei, das sei ja wohl ungeheuerlich, das von damals mit dem von heute zu vergleichen. Damit wird jede Möglichkeit, tatsächlich ernsthaft die Dinge zu hinterfragen, von vornherein abgeblockt, indem ein Tabu aufgebaut wird.

Und dass auch 1932 so ziemlich niemand (noch nicht einmal die betroffenen Sündenböcke selbst) für möglich hielt, was etwa zehn Jahre später stattfinden würde, wird dabei allzu gerne vergessen. Spätestens hier wird die Beschränktheit dann ganz offensichtlich.


Berlin, 03.12.09


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